Finchen
Ein aufregendes Hundeleben
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Leseprobe Band 2

Leseprobe

 

 

 


 Finchen auf dem Bauernhof

. . . . .


Kaum hat das Auto angehalten, öffnen Fabian und Meike die hinteren Autotüren und springen aus dem Wagen. Finchen möchte sofort hinterher. Sie ist je­doch noch mit ihrem Hundeanschnallgurt gesichert.

Sie protestiert bellend; um zu sagen: ‚Mach mich doch endlich einer los‘!

Elke beugt sich nach hinten und löst den Gurt. So­fort springt Finchen ebenfalls aus dem Auto und läuft den Zwillingen hinterher.

Onkel Erwin kommt mit einem freudigen Lächeln aus dem Kuhstall. Seine Jeans steckt in schwarzen Gummistiefeln, und sein kariertes Hemd flattert aus dem Hosenbund.

Er begrüßt die Zwillinge herzlich und streichelt Finchen über das weiche Fell.

Dann laufen die Zwillinge und Finchen in den Kuh­stall. Hier stehen die schwarz-weißen Kühe. Ach nein, einige Kühe haben ein braun-weißes Fell. Ihre Köpfe haben sie durch Gitterstäbe gesteckt, um an das Futter zu kommen, das vor ihnen liegt. Sie sind vorhin von der Weide gekommen, gerade gemolken worden und kauen und schmatzen nun geräusch­voll.

Als die drei in den Stall laufen, hört das gleichmä­ßige Kaugeräusch fast auf. Die Kühe drehen ihre Köpfe zum Stalleingang bei dem Fabian, Meike und Finchen stehengeblieben sind.

„MUUHH“ brüllt eine Kuh. Wie um zu sagen: ‚Stört uns jetzt nicht‘.

Die drei bewegen sich langsam in der Mitte durch die Stallgasse an den Kühen vorbei. Finchen bleibt dicht an Meikes Seite. Das ist ihr irgendwie nicht geheuer. Die Köpfe dieser Tiere sind so groß wie sie selbst.

Am Ende der Stallgasse befindet sich der Raum mit den Melkständen und der Melkanlage.

Sie gehen durch die nächste Tür und befinden sich in einem Raum mit einem riesigen, silberfarbenen Tank. In diesem Tank wird die Milch gekühlt.

Daneben steht ein Metalleimer, in dem sich eben­falls Kuhmilch befindet. Finchen bleibt kurz neben dem Eimer stehen und versucht, ihre Nase hinein­zustecken.

Die Zwillinge huschen durch die nächste Tür, die auf der Rückseite des großen Stallgebäudes wieder nach draußen führt.

Finchen lässt den Eimer links liegen und flitzt hin­terher.

Sie befinden sich auf einem Feldweg, und laufen zur nahegelegenen, offenen Feldscheune. Die gro­ßen Heu- und Strohrollen sind nur durch eine ein­zige Wand vor dem Wetter geschützt.

In der Scheune ist das Futter für die Kühe in großen Rollen gestapelt. Das meiste ist schon verfüttert und die restlichen Rollen bilden eine Treppe wie für ei­nen Riesen.

Fabian und Meike schaffen es, sich auf die erste Rolle hinaufzuziehen. Dann noch auf die nächste.

Finchen hüpft vor den großen Heurollen herum. Plötzlich sieht sie aus dem Augenwinkel eine Be­wegung vor der Scheune. Sofort bleibt sie stehen und schaut genau hin. Ein schwarzer Kater streift durch das Gras. Offensichtlich interessiert er sich nicht für den Krach in der Scheune. Zielstrebig steuert er die offen stehende Tür an, die in den Raum mit dem Milchtank führt. Die Kinder haben vergessen, diese Tür wieder zu schließen.

Finchen ist neugierig und geht dem Kater hinterher. Dieser verschwindet in der Kammer mit dem großen Milchtank. Als Finchen um die Ecke schaut, sieht sie, wie sich der Kater mit den Vorderpfoten auf dem Eimerrand stützt und mit seiner Zunge die Milch schleckt. Er bemerkt Finchen und faucht in ihre Richtung.

Das soll heißen: ‚Verschwinde bloß‘!

 Finchen ist wenig beeindruckt und kommt interes­siert näher. Wieder faucht der Kater. Finchen erwi­dert ein leises ‚Wuff‘ und möchte auf jeden Fall auch an den Eimer.

Der Kater springt zur Seite und Finchen hüpft nun mit ihren Vorderpfoten auf den Eimerrand.

Sie ist nicht so elegant und vorsichtig wie der Kater. Der Eimer kippt mit einem lauten Scheppern um und die Milch ergießt sich über den Fußboden. Die Milchlache breitet sich rasch aus und der Kater fängt wieder an zu schlecken. Finchen lässt sich nicht bitten und schlabbert ebenfalls an dem Milch­see.

Auf einmal nähern sich Schritte. Onkel Erwin hat das Scheppern gehört und will nachsehen, was passiert ist. Ihre Erfahrung sagt Finchen, das der Milchsee außer ihr und dem Kater niemanden er­freuen wird. So huscht sie denn aus der immer noch offen stehenden Tür wieder hinaus auf den Feldweg und läuft zurück zur Scheune.

 Onkel Erwin betritt den Raum mit dem Milchtank und sieht, wie der Kater aus dem Milchsee schleckt.

„Felix!“ schreit der Onkel den Namen des Katers.

Der sofort aufhört zu schlecken, sich duckt und ab­wartend verharrt.

Der Onkel schimpft: „Machst du wohl dass du weg kommst?“

Und kommt mit seinen Gummistiefeln bedrohlich auf den Kater zugestampft.

Felix braucht keine weitere Aufforderung. Er huscht ebenfalls schnell durch die offen stehende Tür und verschwindet im hohen Gras.

„Dieser verflixte Kater.“, murmelt Onkel Erwin noch – Finchen hat er nicht gesehen.

 

ISBN: 9783842332454     8,95€


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